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Rules of the Game – Volleyball Casebook 2015 (Deutsch)

Vorbemerkung

(bkw, Stand: 13.06.2016) Im Folgenden handelt es sich um eine Übersetzung des "Rules of the Game – Volleyball Casebook 2015" ins Deutsche. Die Übersetzung ist nicht wörtlich, sondern sinngemäß und an einigen Stellen, zum besseren Verständnis ergänzt worden. Dies gilt für die Fragen, als auch für die Antworten. Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass die Antworten richtig, aber zum Teil in Bezug auf die Fragestellung nicht wirklich gelungen sind. Dies liegt jedoch, wie schon ausgeführt, an der Vorlage. Ich füge nach und nach die weiteren Fälle ein. Falls sich jemand dazu berufen fühlt mich hier ein wenig zu unterstützen, ist Hilfe gerne gesehen. Erfasst sind derzeit die Fälle 3.23 - 3.46.

FIVB Casebook Fälle zum Aufschlag, Fall 3.11 - 3.22

Fall 3.21.1 (3.21/2014) (Spieler berührt das Netz nach seiner Aktion außerhalb der Antennen)

Ein Angriffsspieler landet sicher auf dem Boden. Er macht danach zwei Schritte und streift das Netz außerhalb der Antenne, während sich der Ball noch im Spiel befindet. Ist dies ein Fehler?

Nein, der Spieler begeht keinen Fehler, weil...

  • er seine Aktion den Ball zu spielen bereits abgeschlossen hat.
  • er das Netz nicht als Hilfestellung nutzt.
  • der Kontakt außerhalb der Antennen erfolgt.

Regeln 11.3.1, 11.3.2, 11.4.4

Fall 3.21.2 (neu) (Spieler nutzt das Netz nach seiner Aktion innerhalb der Antennen zur Unterstützung)

Ein Angriffsspieler landet unglücklich auf dem Boden, macht zwei Schritte und stößt mit der Brust gegen das Netz zwischen den Antennen, während sich der Ball noch im Spiel befindet. Hätte der Spieler sich nicht im Netz festgehalten, wäre er in das gegnerische Feld gefallen. Ist dies ein Fehler?

Ja, wenn ein Spieler das Netz  zwischen den Antennen zur Unterstützung oder zur stabilisierenden Hilfe nutzt, wird dies als Beeinträchtigung des Spiels angesehen.

Regeln 11.3.1, 11.4.4

Fall 3.22 (Spieler stößt einen anderen Spieler ans Netz)

Während der Angriffsspieler den Ball schlägt, berührt er den Zuspieler mit seinem Knie. Durch diesen Schlag berührt der Zuspieler das Netz. Liegt ein Fehler vor?

Nein, weil der Zuspieler nicht an einer Aktion zum Spielen des Balls beteiligt war und er nicht das Spiel des Gegeners hierduch beeinflusst hat.

Regeln 11.3.1, 11.4.4


FIVB Casebook Fälle zum Aufschlag, Fall 3.23 - 3.29

Fall 3.23 (Wann meldet der Schreiber einen Fehler beim Aufschlag)

Sobald der Aufschlagspieler den Ball geschlagen hat, teilt der Schreiber dem 2. Schiedsrichter mit, dass der falsche Aufschlagspieler geschlagen hat oder ein Rotationsfehler vorliegt. Der 2. Schiedsrichter unterbricht dann das Spiel. Ist dies die richtige Vorgehensweise des Schreibers?

Ja, dies ist die richtige Vorgehensweise des Schreibers. Wenn ein falscher Aufschlagspieler sich zum Schlag bereit macht, hat der Schreiber so lange zu warten, bis der Aufschlag vollständig ausgeführt wurde, bevor er dies den Schiedsrichtern mitgeteilt. Der Schreiber kann hierzu eine Glocke, einen Buzzer oder ein anderes akustisches Signal verwenden, jedoch nicht eine Pfeife.

VBSR: Das Schiedsgericht hat nicht die Aufgabe die Mannschaften vor Fehlern zu bewahren. Dies gilt auch bei Positions- oder Rotationsfehlern. Der Schreiber hat daher so lange mit dem Hinweis zu warten, bis der Aufschlag ausgeführt wurde. Die einzige Situation, bei der das Schiedsgericht die Mannschaften vor einem Positionsfehler zu bewahren hat, ist vor jedem ersten Ball im Satz, in dem das Schiedsgericht die Aufstellungskarten mit der tatsächlichen Aufstellung der Mannschaften auf dem Feld vergleicht und bei Bedarf den Spielkapitän auf die falsche Aufstellung hinweist.

Regeln 7.7.1, 12.2.1, 12.7.1, 25.2.2.2

Fall 3.24 (Tausch der Aufschlagspieler nach dem Pfiff)

Nach dem Pfiff zum Aufschlag bemerkt das aufschlagende Team, das der falsche Aufschlagspieler bereitsteht. Der richtige Aufschlagspieler betritt sodann die Aufschlagzone und macht sich zum Aufschlag bereit. Darf dieser Spieler den Aufschlag noch ausführen?

Ja, vorausgesetzt der Aufschlag erfolgt vom richtigen Aufschlag Spieler innerhalb von 8 Sekunden nach dem Pfiff zum Aufschlag. Der 1. Schiedsrichter pfeift jedoch kein 2. Mal zum Aufschlag.

Regel 12.4.4

Fall 3.25 (Aufschlag nach Fallenlassen des Balls)

Der Aufschlagspieler wirft den Ball zum Aufschlag an, lässt ihn jedoch danach auf den Boden fallen. Er fängt den vom Boden abprallenden Ball auf und schlägt diesen noch bevor die Aufschlagzeit von 8 Sekunden abgelaufen ist. War diese Aktion regelgerecht?

Die Aktion des Aufschlagspielers war nicht regelgerecht. Denn der Ball muss unmittelbar mit der Hand oder einem Teil des Arms geschlagen werden, nachdem dieser hochgeworfen oder aus den Händen losgelassen wurde. Der 1. Schiedsrichter hat dabei jede Aktion zu berücksichtigen, die eine Anwurfaktion sein könnte und mit dem Schlag des Balles enden muss.

Regel 12.4.2

Fall 3.26 (Aufschlag berührt eine Antenne)

Der Aufschlag berührt das Netz und einer der Antennen, noch bevor ein Spieler der annehmenden Mannschaft den Ball spielen kann. Der 1. Schiedsrichter entscheidet auf Aufschlagfehler. Ist dies die richtige Entscheidung?

Die Entscheidung des 1. Schiedsrichters ist richtig. Ein Ball der eine Antenne berührt ist „aus“.

Regeln 8.4.3, 27.2.1.3.

Fall 3.27 (Aufschlag überquert das Netz nicht)

Der aufgeschlagene Ball berührt das Netz kurz unter dem oberen weißen Netzband. In welchem Moment hat der 1. Schiedsrichter zu pfeifen?

Der Pfiff hat zu erfolgen, wenn klar ist, dass der Ball die senkrechte Ebene des Netzes nicht überqueren wird. Der erste Schiedsrichter muss in diesem Fall nicht warten, bis der Ball den Boden oder einen Spieler des aufschlagenden Teams berührt.

Regel 12.6.2.1

Fall 3.28

(siehe Fall 9.26)

Fall 3.29 (Aufschlag überquert das Netz nicht und wird vom Gegner gefangen)

Mannschaft A hat Aufschlag. Der aufgeschlagene Ball berührt das Netz und fällt auf der Seite von Mannschaft A in Richtung des Bodens. Ein Spieler von Mannschaft B fängt den Ball unterhalb des Netzes, bevor dieser den Boden berührt. Ist dies erlaubt?

Ja, denn der 1. Schiedsrichter hat unmittelbar zu pfeifen, wenn der Ball das Netz nicht überqueren wird. Ab diesem Moment ist der Ball aus dem Spiel.

Regel 12.6.2.1


FIVB Casebook Fälle zum Angriff, Fall 3.30 - 3.34

Handzeichen 21Fall 3.30 (Zuspiel wird zum Angriffsschlag)

Der Zuspieler - als Hinterfeldspieler - springt innerhalb der Angriffszone und spielt den Ball in Richtung des Angriffsspielers, während sich der Ball vollständig oberhalb der Netzoberkante befindet. Noch bevor der Angriffsspieler der Ball berühren kann, überquert der Ball teilweise die senkrechte Ebene des Netzes und wird von dem Zuspieler des Gegners geblockt. Liegt ein Fehler vor?

Ja. Das Zuspiel wurde zum fehlerhaften Angriff eines Hinterspielers, als der Angriffsschlag ausgeführt wurde (hier durch den Kontakt mit dem gegnerischen Block). Der Gegener hat den Spielzug gewonnen.

Regel 13.1.3

Fall 3.31 (Angriff statt Zuspiel)

Statt den Ball zu einem Mitspieler zu spielen, entschließt sich der Zuspieler als Hinterspieler den Ball über Netz zu spielen, wobei er sich in der Vorderzone befindet. Der Ball befindet sich dabei vollständig oberhalb der Netzoberkante. Darf dieser Ball vom Gegner im gegnerischen Spielraum geblockt werden?

Ja, es handelt sich um einen Angriffsschlag des Hinterspielers. Sobald der Ball durch den Block berührt wird, ist der fehlerhafte Angriffsschlag ausgeführt.

Regeln 13.1.1, 13.1.3, 13.2.2, 13.3.3

Fall 3.32 (Zuspiel wird zum Angriffsschlag)

Ein sich nahe am Netz befindlicher Spieler spielt den Ball mit der zweiten Berührung in Richtung des Gegners. Der 1. Schiedsrichter ist der Ansicht, dass kein weiterer Spieler der Mannschaft A den Ball möglicherweise noch berühren kann. Der gegnerische Block spielt den Ball vollständig innerhalb des Spielraums von Mannschaft A. Wie hat der 1. Schiedsrichter zu entscheiden?

Obwohl es erst die zweite Berührung der Mannschaft war, als der Ball in Richtung des gegnerischen Feldes gespielt wurde, ist dies ein Angriffsschlag. Denn der 1. Schiedsrichter war der Ansicht, dass kein weiterer Spieler von Mannschaft A den Ball möglicherweise noch erreichen konnte, damit war der Block von Mannschaft B regelgerecht.

Regeln 13.1.1, 14.3

Fall 3.33 (Angriffsschlag prallt von Netz ab)

Ein Hinterspieler springt in der Vorderzone ab und spielt mit der zweiten Berührung den Ball, welcher sich vollständig oberhalb der Netzoberkante befindet. Der Ball prallt von Netz zurück und überquert dabei nicht vollständig die senkrechte Ebene des Netzes. Liegt ein Fehler vor?

Nein, da der Ball niemals die senkrechte Ebene des Netzes überquert und auch noch nicht von einem Block berührt wurde, war der Angriffsschlag nicht ausgeführt. Der Spielzug läuft weiter.

Regeln 9.1, 13.1.3, 13.3.3, 13.3.3

Fall 3.34 (Aufschlag und nachfolgender Angriff)

Der Annahmespieler von Mannschaft A springt hinter der Angriffslinie ab und schlägt den aufgeschlagenen Ball vollständig oberhalb der Netzoberkante (in Richtung des Gegners). Der Schlag erfolgte hinter der Angriffslinie. Darf weiter gespielt werden?

Ja, denn der Kontakt des Schlages war vollständig hinter der Angriffslinie.

Regeln 13.3.4, 19.3.1.3

FIVB Casebook Fälle zum Block, Fall 3.35 - 3.46

Handzeichen 12Fall 3.35 (Unbeabsichtiger Block eines Hinterspielers)

Nach einem schlechten Zuspiel des Teams A überquert der Ball die senkrechte Ebene des Netzes. Der Mittelblocker von B schlägt den Ball direkt über das Netz zurück. Dabei trifft der Ball den sich nahe des Netzes befindlichen Hinterfeldspieler von Team A, wobei sich ein Teil seines Armes noch oberhalb der Netzoberkante befindet. Der Ball prallt von dem Hinterspieler direkt zurück in das Feld von B und berührt dort den Boden. Wer hat den Fehler begangen?

Die "Block"-Aktion des Hinterspielers von Team A war fehlerhaft, denn ein Block liegt schon dann vor, wenn ein vom Gegner kommender Ball berührt wird und sich ein Teil des Körpers oberhalb der Netzoberkante befindet.

Regeln 14.1.1, 14.1.3, 14.6.2

Fall 3.36 (Block des Zuspiels)

Ist es regelgerecht, wenn ein Blockspieler die Hände über das Netz führt und den zugespielten Ball blockt?

Grundsätzlich ist ein Fehler das Zuspiel zu blocken. Es ist somit absolut wichtig für den 1. Schiedsricher Aktionen zu unterbinden, bei denen das Zuspiel verhindert wird. Dafür muss er erkennen ob der Ball

  • parallel zum Netz gespielt wird (Blockfehler) oder

  • in Richtung des Netzes gespielt wird, dies ist dann ein Angriffsschlag (kein Blockfehler)

Regeln 14.1.1, 14.3

Fall 3.37 (Block des Blocks)

Ein Spieler von Team A blockt den Angriff von Team B. Danach blockt der Mittelblocker von Team B den Block von Team A. Ist es regelgerecht einen geblockten Ball zu blocken?

Ja, Blocken ist eine Aktion, bei der der vom Gegner kommende Ball aufgehalten wird. Daher ist es regelgerecht den gegnerischen Block zu blocken.

Regel 14.1.1

Fall 3.38 (Ballberührung eines Blockspielers unterhalb des Netzes)

Ein Ball wird direkt nach unten geblockt. Kurz bevor der Ball auf den Boden aufkommt, berührt er den Fuß des Blockers unmittelbar vor dem Boden. Der Schiedsrichter entscheidet auf erfolgreichen Block. Ist das richtig?

Richtig – in dieser Situation. Denn für den Fall, dass der Ball noch weit vor dem Boden berührt worden wäre, könnte eine Beeinflussung des gegnerischen Spiels gegeben sein, mit der Folge eines fehlerhaften Blocks.

Regel 11.2.1

Fall 3.39 (Angriff nach eigenem Block)

Ein Ball, der regelgerecht von einem Blockspieler von Team B gespielt wird, fliegt einige Meter parallel zum Netz, bevor ein zweiten Spieler von Team B den Ball mit einer weiteren Aktion auf der Seite von Team A zu Boden spielt. Der Ball hat den Spielraum von Team B nicht berührt. Welches Team hat den nächsten Aufschlag?

Team A. Die Aktion des zweiten "Block"-Spielers kann nicht als Block angesehen werden, da der Ball vom Block seines Mitspielers kam. Daher hat der Spieler den Ball im gegnerischen Spielraum angegriffen, was einen Fehler darstellt.

Regeln 11.1.2, 14.1.1, 14.2, 14.3

Fall 3.40 (Block als normale Berührung)

Darf ein Angriffsspieler einen Ball, der von seinem Mitspieler kommt, mit beiden Händen mittels einer Blockaktion in Richtung es Gegners spielen?

Die Berührung ist regelgerecht, sofern sie keine Doppelberührung darstellt oder der Ball dabei zur Ruhe kommt (gehaltener Ball). Die Ballberührung des Spielers muss zudem im eigenen Spielraum statt finden.

Fall 3.41 (Mehrfachberührungen beim Blocken)

Der Ball berührt mehrere Körperteile – Kopf und Hände von verschiedenen Blockspielern. Ist das erlaubt?

Vorausgesetzt es handelt sich um einen Block und nicht um mehrere Aktionen, dann zählt dies als eine Blockaktion. Nach dieser Aktion stehen der Mannschaft noch drei weitere Berührungen zu.

Regeln 9.1, 14.2, 14.4.1

Fall 3.42 (Fehlerhafter Angriffsschlag vs. fehlerhafter Block eines Hinterspielers)

Auf einen fehlerhaften Angriffsschlag folgt eine fehlerhafte Blockaktion eines Hinterspielers. Wer hat den Fehler bagangen?

Doppelfehler und daher Spielzugwiderholung.

Regeln 13.3.1, 13.3.3, 14.1.1, 14.6.1, 14.6.2

Fall 3.43 (Hinterspieler und Block)

Ein Hinterspieler befindet sich entfernt von einem Gruppenblock und unterhalb der Netzoberkante, jedoch spielt er den Ball. Liegt ein Block vor?

Nein. Der Spieler ist nicht an dem Gruppenblock beteiligt und befindet sich auch mit keinem Körperteil über der Netzobenkante, als er den Ball spielt. Daher kann er kein Blocker sein.

Regeln 9.3.1, 14.1.1

Fall 3.44 (Block und Höhe der Ballberührung)

Der Ballkontakt eines Blockspielers erfolgte unterhalb der Netzoberkante, wobei ein Teil seiner Hände sich noch über dem Netz befunden hat. Ist dies ein Block?

Ja, entscheidend ist hier, dass ein Teil des Körper (hier die Hände) über dem Netz waren. Dem Team stehen daher weitere drei (3) Berührungen zu.

Regeln 9.1, 14.1.1, 14.4.1

Fall 3.45 (Block und nachfolgende Berührung)

Ein Blockspieler berührt den Ball im Landen, wobei sich sein gesamter Körper unterhalb der Netzoberkante befand. Als er den Ball danach nochmals berührte, entscheidet der Schiedsrichter auf "Doppelberührung". War das die richtige Entscheidung?

Die Entscheidung war richtig. Im Moment des Ballkontakts, befand sich kein Teil des Blockers oberhalb der Netzoberkante. Daher kann die Entscheidung nicht als Block gewertet werden und die nachfolgende Berührung stellt einen "Doppelkontakt" dar.

Regeln 9.1, 14.1.1, 14.4.1

Fall 3.46 (Fehlerhafter Angriffsschlag vs. Blockversuch eines Liberos)

Fehlerhafter Angriffsschlag eines Hinterspielers gegen den Blockversuch eines Liberos. Welcher Fehler erfolgte zuerst?

Der Angriffsschlg wird fehlerhaft, wenn der Ball die senkrechte Ebene des Netzes vollständig überquert hat oder der Block den Ball berührt. Der Blockversuch eines Liberos  ist eine Aktion vor der Ausführung des Angriffsschlages und daher der erste Fehler.

Regel 19.3.1.3


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