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Regel 14 - Block

Handzeichen 12Vorbemerkung zur Regel 14

(bkw, 27.10.2016) Stand: Regeltext, 45. Aufl. 2013, RI 01-15. "Mein Block.., mein Block..." Noch bevor die Feldverteidigung durch „normale“ Abwehraktionen "genötigt" wird das Feld zu verteidigen, hat die abwehrende / passive Mannschaft die Möglichkeit den Ball schon an der Überquerung des Netzes zu hindern. Diese Aktion, um den vom Gegner kommenden Ball, nahe des Netzes abzufangen, ist der Block. Da der Block nicht zu den normalen drei (3) Berührungen einer Mannschaft zählt, sind an dessen Ausführung bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die allesamt vorliegen müssen, damit der Block nicht zu einer ersten Berührung wird. Das wichtigste Kriterium ist dabei, dass der Block eine reine passive Handlung ist (Rückprall des Balles). Ein aktiver „Angriffsblock“ ist grundsätzlich unzulässig.

Regel 14.1 - Blocken

Regel 14.1.1 (Definition)

Das Blocken ist eine Aktion von in der Nähe des Netzes befindlichen und über die Netzoberkante reichenden Spielern, um den vom Gegner kommenden Ball abzuwehren, unabhängig von der Höhe des Ballkontakts. Nur Vorderspieler dürfen einen Block ausführen, aber im Augenblick des Ballkontakts muss sich ein Teil des Körpers oberhalb der Netzoberkante befinden.

Regel 14.1.1 definiert, was ein Block ist. Dabei lassen sich folgende Merkmale herausarbeiten, die jeweils zusammen vorliegen müssen:

  1. Aktion von Vorderspielern (Satz 2).
  2. Aktion in der Nähe des Netzes (Satz 1).
  3. Teil des Körpers oberhalb der Netzoberkante (Satz 1 und 2).
  4. Um den vom Gegner kommenden Ball abzuwehren (Satz 1).
  5. Aktion ist unabhängig von der Höhe des Ballkontaktes (Satz 2).

Aktion von Vorderspielern (Regel 14.1.1, Satz 2)

Beim Block handelt es sich um eine Aktion von Vorderspielern (Netzspielern). Nur diese dürfen einen Block ausführen. Ausführen bedeutet dabei, dass auch tatsächlich bei der Aktion der Ball berührt wird. Das alleinige Hochspringen oder Arme hoch nehmen – ohne Ballberührung –, ist kein ausgeführter Block, vergleiche Regel 14.1.3.

Aktion in der Nähe des Netzes (Regel 14.1.1, Satz 1)

Die Blockaktion hat in der Nähe des Netzes stattzufinden. Damit sind solche Aktionen ausgeschlossen, bei denen ein Spieler irgendwo im Feld einfach die Arme hebt oder nach oben springt und darauf beharrt, dass dies einen Block sei.

In der Nähe des Netzes ist dabei selbstverständlich wieder durch den Schiedsrichter auszulegen. Als Faustformel kann hier wohl ein Abstand von ca. 1 m zum Netz angenommen werden. Ob noch von einem Block auszugehen ist, ist jedoch eine Entscheidung im Einzelfall, wobei der Schiedsrichter nicht stur auf eine bloße Meteranzahl beharren sollte. Zu beachten ist insbesondere die Größe des Blockspielers, bzw. dessen Armlänge, so dass auch noch Abstände von über 1 m, bei entsprechender Reichweite des Blockspielers, durchaus noch als Block zu werten sind.

Teil des Körpers oberhalb der Netzoberkante (Regel 14.1.1, Satz 1 und 2)

Ein Teil des Körpers muss die Oberkante überragen; das erklärt sich eigentlich von selbst, da es ja gerade darum geht den Angriff, von der anderen Seite des Feldes kommend, durch den Block abzuwehren. Hierbei kann auch eine Abgrenzung zur normalen ersten Berührung stattfinden, so dass die erste Berührung von der Blockhandlung unterschieden werden kann.

Wichtig: Es kommt nur darauf an, dass (irgend-) ein Körperteil oberhalb des Netzes ist. Voraussetzung ist nicht, dass der Spieler durch einen Sprung sich diese Höhe verschafft. Blocken setzt also keinen Sprung voraus!

Um den vom Gegner kommenden Ball abzuwehren (Regel 14.1.1, Satz 1)

Der Block stellt eine Abwehraktion für vom Gegner kommende Bälle dar. Ausgeschlossen ist, dass eine Blockaktion vorliegen kann, wenn der Ball noch nicht vom Gegner berührt wurde. Dabei muss der Ball das die senkrechte Ebene des Netzes noch nicht vollständig überquert haben. Einzige Voraussetzung ist, dass der Gegner den Ball zuvor berührt hat ("vom Gegner kommenden Ball"). Mit der Block-Berührung (oder der vollständigen Überquerung des Netzes durch den Ball), liegt dann auch ein ausgeführter Angriffsschlag vor, vgl. Regel 13.1.3. So kann auch ein gegnerischer Block mit einem eigenen „Gegenblock“ beantwortet werden. "Um den vom Gegner kommenden Ball abzuwehren", beinhaltet dabei noch das subjektive Element ("um"), nämlich gerade den Willen den vom Gegner kommenden Ball abzuwehren, damit eine Abwehraktion durchzuführen.

Kann ein Angriffsschlag im Sinne der Regel 13.1.1 als Block gewertet werden? Grundsätzlich nein! Entscheidet sich der Blockspieler, den Ball nicht mehr nur zu blocken, sondern einen Angriffsschlag auszuführen, dann stellt die folgende Berührung keinen Block mehr dar und zählt als erste Berührung der Mannschaft im Sinne der Regel 9.1. Die Frage ist also, wann wird der Block zu einem Angriffsschlag? Für die Antwort muss man sich das Spielsystem vor Augen führen: Aufschlag, Annahme, Zuspiel, Angriff, Block-Abwehr, Feld-Abwehr, Zuspiel, Angriff, Block-Abwehr, Feld-Abwehr ...

Beim Blockspiel, als auf den Angriff folgende Aktion, liegt der Abwehrgedanke zugrunde und erlaubt der Mannschaft für diese zusätzliche Aktion der Vorderspieler am Netz eine zusätzliche Berührung, vgl. Regeln 9.1, 14.4. Führt dann ein Spieler - statt zu Blocken - einen Angriffsschlag aus, wobei er aktiv auf den Ball einwirkt, so liegt dieser Aktion nicht mehr der Abwehrgedanke ("um ... abzuwehren") zugrunde, sondern die Motivation, dem Gegner den Ball um die Ohren zu hauen ("um ... anzugreifen"). Somit ist nicht mehr von einem Block auszugehen, wenn ein Spieler versucht den Ball im Sinne der Regel 9 zu spielen oder im Sinne der Regel 13.1.1 einen Angriffsschlag auszuführen. In beiden Fällen ist stets die erste Ballberührung der Mannschaft gegeben.

Aktion ist unabhängig von der Höhe des Ballkontaktes (Regel 14.1.1, Satz 2)

Dieses Merkmal ist oft zunächst befremdlich. Der (Körper-)Kontakt des Blockspielers mit dem Ball hat nicht notwendigerweise über dem Netz zu erfolgen.

Voraussetzung für einen Block ist nur, dass sich zumindest ein Teil des Körpers oberhalb des Netzes befinden muss, aber eben nicht der Teil, der den Ball berührt.

Nun könnte man auf die Idee kommen, dass der Blockspieler den Ball ja auch mit dem Fuß berühren kann, wenn zumindest die Hände noch über dem Netz waren. Grundsätzlich ist das so richtig, allerdings müsste nun genau beobachtet werden, ob die Berührung mit dem Fuß tatsächlich noch dem eigentlichen Block zuzurechnen ist, oder ob hier schon eine andere Aktion, nämlich die erste Berührung der Mannschaft vorliegt. Letzteres ist zumindest dann der Fall, wenn der Spieler mit dem Fuß „nachtritt“, da er den Ball mit der eigentlichen Blockaktion ohnehin nicht hätte spielen können.

Eingeführt wurde diese Regelung allerdings nicht um das Blocken mit dem Fuß zu ermöglichen. Grund war es, Aktionen als Block zu qualifizieren, bei denen der Angriffsspieler den Ball vor dem Blockspieler nach unten oder durch die Hände des Blockspielers geschlagen hat und der Blockspieler den Ball erst unterhalb der Netzoberkante, z. B. mit dem Kopf, berührte.

Dies wurde in der Vergangenheit von Schiedsrichtern teils nicht als Block ausgelegt, da die Ballberührung unterhalb der Netzoberkante stattfand. Die alte Regelung hierzu (Regel 14.1.1, 43. Auflage, 2008) beinhaltete noch nicht die zusätzliche Regelung, dass die Berührung unabhängig von der Höhe des Ballkontaktes stattfinden darf - solange sich nur ein Körperteil oberhalb des Netzoberkante befindet.

Nach der Einführung dieser Regeländerung im Jahre 2008 (Regel 14.1.1, 43. Auflage, 2008), liegt nun unzweifelhaft auch dann ein Block vor, wenn die Hände zwar über dem Netz sind, der Ball aber mit dem Kopf - unterhalb des Netzes - berührt wurde.

Regel 14.1.2 - Blockversuch

Ein Blockversuch ist eine Blockaktion ohne Ballberührung.

Ein Blockversuch liegt immer dann vor, wenn grundsätzlich die Merkmale gemäß Regel 14.1.1 vorliegen, jedoch der Ball hierbei nicht von den betreffenden Spieler berührt wurde. Aktionen, die schon nicht unter Regel 14 zu fassen sind, beispielsweise weil der Spieler mehrere Meter vom Netz entfernt steht, oder mit keinem Teil des Körpers über die Netzoberkante reicht, sind somit auch nicht als Blockversuch im Sinne der Regel 14.1.2 zu werten.

Die Regel des Blockversuchs betrifft dabei insbesondere Hinterspieler und Liberos. Schon Regel 14.1.1 stellt klar, dass nur Vorderspieler einen Block ausführen und damit im Sinne der Regel 14.1.3 den Ball bei der Aktion berühren dürfen. Führt hingegen ein Hinterspieler oder ein Libero einen Block aus (nochmals: es kommt auf die Ballberührung an) oder ist an einem Gruppenblock beteiligt, bei dem einer der Spieler den Ball berührt, so liegt ein Blockfehler im Sinne der Regel 14.6.2 vor.

Noch einschränkender ist diese Regel für den Libero. Diesem ist es verboten einen Blockversuch zu unternehmen, Regel 19.3.1.3. Unternimmt der Libero dennoch einen Blockversuch, d.h. er verwirklicht die Merkmale des Blocks aus Regel 14.1.1 liegt unmittelbar ein Blockfehler im Sinne der Regel 14.6.6 vor.

Ausreichend ist zum Beispiel wenn der Libero sich am Netz befindet, und dabei einen Teil seines Körpers über die Netzoberkante führt um den vom Gegner kommenden Ball abzuwehren.

Exkurs: Unschädlich ist es, wenn der Libero beispielsweise den zweiten Ball in der Nähe des Netzes und oberhalb der Netzoberkante spielt, wobei sich der Ball dann nicht in Richtung des Gegners bewegen darf, denn dies würde wiederum einen unzulässigen Angriffsschlag eines Liberos darstellen, der im Sinne der Regel 13.3.3, 19.3.1.2 zu ahnden wäre.

Regel 14.1.3 - Ausgeführter Block

Abbildung 7Ein Block ist ausgeführt, wenn der Ball von einem Blockspieler berührt wird.

Die Regel 14.1.3 dient zunächst der Abgrenzung zwischen einem Blockversuch im Sinne der Regel 14.1.2, und einem ausgeführten Block im Sinne der Regel 14.1.1 und korrespondiert daher hiermit entsprechend. Nochmals zur Klarstellung, ein Block ist erst dann ausgeführt, wenn der (vom Gegner kommende) Ball von einem Blockspieler berührt wird.

Die Grafik zeigt die Abbildung 7 des offiziellen FIVB Regeltextes  - "Ausgeführter Block". Diese zeigt verschiedene Situationen in denen der Block ausgeführt ist. Von Links, "Ball über dem Netz", "Ball unterhalb der Netzoberkante", "Ball berührt das Netz", Ball prallt vom Netz ab". Sämtliche Variationen stellen einen ausgeführte Block dar. Dabei ist deutlich zu erkennen, dass es nicht auf die Höhe des Balles bei der Berührung ankommt, sondern lediglich, dass der Ball von dem Gegner aus kommt.

Des weiteren ist diese Regel wichtig für den „Gegenblock“ der anderen Mannschaft, denn erst wenn wiederum ein Gegenspieler den Ball berührt hat, darf auch der „Gegenblock“ erfolgen.

Regel 14.1.4 - Gruppenblock

Ein Gruppenblock wird von zwei oder drei nahe beieinander befindlichen Spielern vollzogen und ist ausgeführt, wenn einer von ihnen den Ball berührt.

Ein Gruppenblock liegt vor, wenn mehrere Spieler an der Blockaktion beteiligt sind. Als Abgrenzung nennt Regel 14.1.4 nahe beieinander befindliche Spieler. Was "nahe beieinander ist", ist wieder Sache des Schiedsrichters und jeweils im Einzelfall zu beurteilen. Auch hier sollte wieder keine Meteranzahl die Abgrenzung sein, sondern der Situation im Einzelfall Rechnung getragen werden. Der Block muss eine Einheit darstellen.

Kein Gruppenblock liegt allerdings vor, wenn ein Spieler auf der Position 4 und ein anderer Spieler auf der Position 2 jeweils einen Block bzw. Blockversuch unternehmen. Hier liegen zwei unabhängig von einander ausgeführte und zu beurteilende Einzelblockaktionen vor.

Ausgeführt ist ein Gruppenblock im Sinne der Regel 14.1.3, wenn ein Spieler der an dem Gruppenblock beteiligt ist, den Ball berührt. Damit liegt zugleich automatisch ein Fehler vor, wenn ein Hinterfeldspieler an einem ausgeführten Gruppenblock beteiligt ist.

Nimmt ein Libero an einem ausgeführten Gruppenblock (Ball berührt) oder einem Gruppenblockversuch teil, so ist die gesamte Blockaktion fehlerhaft. Zudem ist ein ausgeführter Gruppenblock auch immer dann fehlerhaft, wenn mehr als drei Spieler an ihm beteiligt sind, da dann zwangsweise ein Hinterspieler an dem Block beteiligt gewesen ist.

Regel 14.2 - Blockberührung

Aufeinander folgende Berührungen (schnell und nacheinander) dürfen von einem oder mehreren am Block beteiligten Spielern erfolgen, wenn diese Berührungen innerhalb einer Aktion stattfinden.

Diese Regel ist in Anlehnung zu Regel 9.2.3.2 zu sehen. Das Berühren des Balles mit mehreren Körperteilen ist erlaubt, sofern dies innerhalb einer Aktion erfolgt. Erfasst ist zum Beispiel die Berührung erst der linken dann der rechten Hand. Auch eine Aktion, bei der der Ball vom Angreifer „durch“ die Hände geschlagen wird, diese zunächst berührt und dann zudem den Kopf des Blockspielers streift ist zulässig, solange die Berührung mit dem Kopf nicht als eigene Aktion zu werten ist. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Spieler versucht den Ball durch die Kopfberührung bewusst in einer bestimmten Richtung zu lenken, er den Kopf also aktiv zur Ballkontrolle einsetzt. Dann liegt zunächst eine Blockaktion durch die Berührung der Hände und die reguläre erste Berührung der Mannschaft durch die Kopfberührung vor.

Ähnlich ist der Fall zu beurteilen, bei dem der Blockspieler den Ball mit den Händen berührt, und dann nochmals mit den Händen oder Füßen spielt. Hier liegen zwei verschiedene Aktionen vor, so dass die zweite Berührung des Spielers als erste reguläre Berührung der Mannschaft zu werten ist.

Bei einem Gruppenblock gilt dies entsprechend. Solange es sich um eine einheitliche Blockaktion handelt, sind mehrfache Berührungen von verschiedenen Spielern unbachtlich. Aber Achtung: Berührung ein Spieler der Gruppenblockaktion den Ball so, dass er zunächst zu einem Mitspieler abprallt, den den Ball dann aktiv nach unten drückt, kann hierin schon die erste Ballberührung der Mannschaft zu sehen sein. Wenn dann der Ball im Spielraum des Gegners gespielt wird, kann dies einen unzulässigen Angriffsschlag darstellen. Bedenkt: Der Block ist eine Passive Aktion. Der Ball muss zurückprallen. Wird er aktiv gespielt, liegt ein Angriffsschlag vor.

Regel 14.3 - Blocken im gegnerischen Raum

Beim Blocken darf der Spieler seine Arme und Hände über das Netz führen, wenn diese Aktion das Spiel des Gegners nicht behindert. Deshalb ist es nicht erlaubt, den Ball jenseits des Netzes zu berühren, bevor der Gegner eines Angriffsschlag vollzogen hat.

Wann darf im gegnerischen Raum geblockt werden?

Für den Block an sich gilt, dass dieser erst im gegnerischen Spielraum erfolgen darf, wenn der Angriffsschlag „vollzogen“ wurde. Die Regel 14.3 nutzt dabei richtigerweise nicht den Begriff des „Angriff ausgeführt“ aus Regel 13.1.3. Denn ein Angriff ist erst in dem Moment ausgeführt, in dem der Ball die senkrechte Ebene des Netzes vollständig überquert hat, oder – was hier relevant wird – von einem Gegner berührt wird. Die Berührung stellt damit schon den ausgeführten Angriff dar. Damit nun der Block den Ball im gegnerischen Raum berühren darf, ist auf den Zeitpunkt vor der Ausführung, nämlich dem Vollzug des Angriffsschlags / den Abschluss des tatsächlichen faktischen Schlages abzustellen.

Blockfehler auch ohne Ballberührung

Dabei ist weiter zu beachten, dass der Gegner nicht behindert werden darf. Dies Korrespondiert mit Regel 11.1.1. Die Behinderung ist als störende Beeinflussung zu verstehen. Dabei kann auch ein Blockversuch schon eine Behinderung des Gegners darstellen, wenn dem Gegner hierdurch die Möglichkeit genommen wird, den Ball zu spielen. Denkt an die Situation, bei der der Zuspieler den 2. Ball noch dicht am Netz spielen will, der Blockspieler aber schon seine Hände im Spielraum des Zuspielers hat und er damit die Aktion am Netz behindert.

Problem: "Aktives Blockspiel" im gegnerischen Raum

Das Blocken im gegnerische Raum ist immer heikel, weil hier einige Blockspieler dazu neigen nicht bloß den Ball „abprallen“ zu lassen, sondern den Block als Aktive Spielaktion nutzen und damit ein potenzieller Verstoß gegen Regel 9 vorliegt, die besagt, dass jede Mannschaft innerhalb der eigenen Spielfläche und des eigenen Spielraumes spielen muss. Zudem droht hier auch immer ein Fehler beim Angriffsschlag, wenn ein Spieler den Ball im Spielraum der gegnerischen Mannschaft schlägt, Regel 13.1.3.

Es ist daher wichtig genau abzugrenzen, ob noch ein Block vorliegt oder schon ein Angriffsschlag. Willi Wagner hat auf www.volleyballer.de hierzu ausgeführt:

"Ein weiteres großes Problem für den SR sei die stellen oftmals die Blocktechniken dar. Leider ist bei vielen Mannschaften eine weit verbreitete Meinung, daß beim Block die Technikregeln keine Anwendung finden. Regel 10.2.2 sagt eindeutig „daß ein Ball nicht gehalten oder geworfen werden darf.“ Davon gibt es im gesamten Regelwerk keine Ausnahme. Die oftmals angewandte Technik beim Block, daß ein Ball, der als schlechte Annahme zum Gegner gespielt wird, gefangen und dann auf den Boden geworfen wird, ist nicht zulässig, und ist als gehaltener Ball abzupfeifen. Oftmals werden hier dem Ball auch noch Richtungsänderungen mitgegeben. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Blockspieler seine Hände in Richtung gegnerischen Feld „dreht“, damit er außen nicht angeschlagen werden kann. Jede weitere aktive Handlung ist genau zu beobachten, ob der Ball nicht geworfen wird. Auch die immer wieder zu hörende Argumentation, „dies war ein aktiver Block“ ist im Regelbuch nicht auffindbar."

Dieser Auslegung der Regeln schließe ich mich vollständig an. Der Block wird ausdrücklich nicht als ein Angriffsschlag angesehen (Regel 13.1.1) und steht der Mannschaft zusätzlich zu den drei (3) "aktiven" Berührungen gemäß Regel 9.1 zu. Zudem stellt Regel 9 klar, dass der Ball innerhalb der eigenen Spielfläche und des eigenen Spielraumes gespielt werden muss. Ein aktives Spielen darf somit nicht im Spielraum des Gegners erfolgen, so dass ein "aktives Blockspiel" äußerst kritisch zu beurteilen ist und potenziell ein Fehler im Sinne der Regel 14.6.1 durch die erste Berührung der Mannschaft (im gegnerischen Spielraum) vorliegen kann.

Regel 14.4 - Block und Anzahl der Berührungen einer Mannschaft

Regel 14.4.1 (Blockberührung)

Eine Blockberührung wird nicht als Berührung für die Mannschaft angerechnet. Folglich hat die Mannschaft nach einer Blockberührung Anspruch auf drei Berührungen, um den Ball zurückzuspielen.

Die Regel an sich sollte den meisten schon klar sein, der Block zählt beim Hallenvolleyball nicht als "normale" Ballberührung, so dass nach einem Block der Mannschaft noch weitere drei (3) Berührungen zustehen. Wichtig für den 1. Schiedsrichter ist es daher zu beurteilen, ob die erste Berührung der Mannschaft ein Block war oder eben schon zu den normalen drei (3) Berührungen zu zählen ist. Die Kriterien einen Block von einer normalen Ballberührung abzugrenzen wurden unter Regel 14.1 schon ausführlich behandelt. Falls hier noch Unklarheiten bestehen, lest noch einmal dort nach.

Regel 14.4.2 (Erste Berührung nach einem Block)

Die erste Berührung nach dem Block darf durch jeden Spieler erfolgen, einschließlich desjenigen, der den Ball während des Blocks berührt hat.

Diese Regel stellt eine Ausnahme zu Regel 9.1.1 dar, wonach es nicht erlaubt ist, dass ein Spieler den Ball zweimal nacheinander berühren darf. Es ist also möglich einen Block auszuführen (Regel 14.1.3), d.h. Block mit Ballberührung und danach gleich die erste Ballberührung einer Mannschaft auszuführen. Typische Situation ist das sog. „Nachgreifen“ des Blockspielers.

Regel 14.5 - Blocken des Aufschlags

Der Aufschlag des Gegners darf nicht geblockt werden.

Diese Regel ist selbst erklärend. Der gegnerische Blockspieler darf den Aufschlag nicht blocken. Auch diese Regel findet ihr Gegenstück im Komplex zur Regel 13 – Angriffsschlag, denn kein Spieler darf direkt nach dem Aufschlag des Gegners einen Angriffsschlag ausführen, wenn sich der Ball dabei in der Vorderzone und vollständig oberhalb der Netzoberkante befindet, Regel 13.2.4.

Handzeichen 12Regel 14.6 - Fehler beim Blocken

  • Der Blockspieler berührt den Ball im gegnerischen Raum entweder vor oder gleichzeitig mit dem Angriffsschlag des Gegners (Regel 14.6.1).
  • Ein Hinterspieler oder ein Libero führt einen Block aus oder ist an einem ausgeführten Block beteiligt (Regel 14.6.2).
  • Der gegnerische Aufschlag wird geblockt (Regel 14.6.3).
  • Der Ball wird vom Block „aus“ gespielt (Regel 14.6.4).
  • Der Ball wird im gegnerischen Raum außerhalb der Antenne geblockt (Regel 14.6.5).
  • Ein Libero unternimmt einen Blockversuch oder ist an einem solchen beteiligt (Regel 14.6.6).

Handzeichen 15Die Regel 14.6 zeigt die Fehler beim Blocken auf und hat zu jedem Unterpunkt eine Korrespondierende Regel in 14.1 – 14.5. Interessant ist die Tatsache, dass es einen Fehler beim Blocken darstellt, wenn der Ball vom Block „aus“ gespielt wird, Regel 14.6.4. Da ein Fehler beim Block grundsätzlich mit Handzeichen 12 anzuzeigen ist, wäre auch hier das Handzeichen 12 und nicht Handzeichen 15 anzuzeigen. Dies erscheint in vielen Situationen auch sinniger als das Handzeichen aus, denn es suggeriert unzweifelhaft, dass der Fehler beim Block lag.

Diese Einschätzung der Nutzung zum Handzeichen 12 wird jedoch wohl die absolute Mindermeinung darstellen, so dass ich Euch raten muss – wie gewohnt – bei diesem Fehler das Handzeichen 15 zu benutzen.


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